Frankreich 2003
(ChM) Ende August, genauer am 30.08.03 war es soweit. Was wieder einmal mit einer Schnapsidee begann, sollte nun Wirklichkeit werden. Vor ca. einem Jahr wurde über einen gemeinsamen Urlaub gesprochen und schon im Dezember wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Lars arbeitet regelmäßig als Aushilfskraft bei dem Reiseveranstalter Horizonte. Dies ist eine Gesellschaft die Kinder, Jugend und Schulfreizeiten bzw. Klassenfahrten organisiert. Die Idee war, eine Art Freizeit für Erwachsene durchzuführen. Unser Reiseziel war schnell gefunden: Südfrankreich. Zwei Stationen sollte unsere Reise haben. Zunächst ging es an den schönen Fluss Ardeche und anschließend zog die Urlaubsgruppe weiter Richtung Mittelmeer.
Die Crew :

Von hinten links: Michael "Schnü" Schnückel, Christoph "Rupp" Rupprecht, Christoph "Spriti" Dittmann, Stefan Meyer, Christian Machholz, Tom Gehrke, Stefan "Pizza" Märcz Vorne von links: Jessica "Keule" Hockamp, Alex "Hasi" Zwierzynski, Agi Zwierzynski, Meike Martin und Bastian "Knubbel" Renner
20:30 Uhr die Mitreisenden versammelten sich auf dem Kichplatz der St. Joseph Gemeinde an der Geitlingstraße. Pfarrer Wiederholt erteilte dem illustren Haufen den Reisesegen (wie es sich für jede anständige Freizeit gehört). Im Anschluss wurde der Bus bepackt und nur einen Augenblick später, befand sich die Wattenscheider Gruppe auf der Autobahn "Destination" Süden. Vorteilhaft an der Hinfahrt war, dass für unser zwölfer Grüppchen ein nobler 50 Mann Bus bereitstand. Jeder hatte also eine ganze Menge Platz zur Verfügung. Bereits hinter Essen wurden die Würfelbecher ausgepackt und nur Minuten danach hieß es : Schock out im Zweiten. Die Fahrt als solche verlief sehr ruhig und die erste größere Pause fand in Luxemburg statt. Hier hatten die Raucher die Möglichkeit, sich ausgiebig mit Qualmmaterialien für die zweiwöchige Reise auszurüsten, da die Zigaretten in Luxemburg deutlich weniger besteuert werden als in allen anderen europäischen Ländern. Irgendwann kehrte die große Müdigkeit ein und die mit Alsterwasser gefüllten Bäuche verteilten sich über mehrere Sitzreihen zum schlafen. Gut ausgeruht beobachteten die Mitfahrer am nächsten Morgen den Sonnenaufgang über Lyon. Das Fahrtziel war nun schon fast in Sichtweite. Gegen 11 Uhr war es dann soweit. Nachdem wir durch das stille Örtchen Vallon Pont d'Arc gegurkt waren, fuhren wir die Ardeche in Richtung Pont d'Arc weiter. Einen Kilometer vom Touristenmagneten entfernt war unser Zeltplatz, die erste Station war erreicht.

Die Zeltstadt
Nach einem freundlichen Empfang durch Dirk (Oberzeltplatzaufseher), wurden die Koffer in die Zelte gepackt. Kaum war dies geschehen tauchte das erste größere Problem auf : KEIN BIER ! Kurz entschlossen kaperten wir den Campingplatz-Vito und fuhren zurück nach Vallon. Einziges Problem, es war Sonntag. Weit und breit gab es keine alkoholische Getränke und so mussten wir, wohl oder übel, am ersten Abend mit den Überbleibseln der Hinfahrt auskommen und diese waren nicht gerade in rauen Mengen vorhanden. Der nächste Tag dann brachte endlich Klarheit. Es gab Bier in Frankreich und zwar in praktischen 0,33 l Ampüllchen (quasi Erfrischungsstäbchen). Diese waren praktisch verpackt in 30 Paketen zu kaufen. Nachdem Spriti die Bierkasse an sich gerissen hatte wurde direkt eingekauft. Gott lob gehörten zum Küchenzeltinventar zwei wunderbare Kühlschränke. Einer der beiden wurde kurzerhand zum Bierkühlschrank erklärt. Schon bald danach wurde es ernst. Ein Wesen, welches aussah wie Mogli aus dem Dschungelbuch unterwies uns in die heilige Kunst des Kanufahrens. Nach einigen wenigen Trockenübungen ging es direkt ins kühle Nass. Neben dem Studieren von Lenkübungen folgten zwei wunderbar erfrischende Wettbewerbe. Ein Einzelkanurennen und eine Art Staffellauf. Eine erste Verletzung zog sich Tom zu, der Bekanntschaft mit Schnü's Paddel machte . Die beiden nächsten Tage hatten eigentlich den gleichen Tagesablauf. Aufstehen, Frühstücken, T-Shirt aus, Klappstuhl ausgraben und ab in die Sonne. Zwischendurch ein wenig rumpaddeln und Abends tüchtig einen auf die Laterne schütten. Doch ganz so einfach war es nicht, denn die kleinen Dinge nebenbei machten die ersten Tage aus. Man Stelle sich vor : Natur, kaum Häuser in der Umgebung, ein nettes Flüsschen 20m entfernt und ein schöner Zeltplatz. Das war alles ? - Mit Nichten, denn neben uns wohnten noch so manch andere Wesen. Mäuse ? - (Knubbels Kippen ? Ruppis Koffer ?) Ameisen ? (Erdbeermarmelade ?) - Wildschweine, Schlangen und alles was sonst noch so kräucht und fleucht. Knubbelchen war vor allem vom regen Durchgangsverkehr (Kanufahrer) angetan. Die zum Großteil deutschen Reisegruppen paddelten ab Morgens um acht fröhlich an unserem Zeltplatz vorbei. Fernsehen ? Keiner hat es vermisst, denn ein paar Meter weiter befand sich eine prima Stromschnelle (Für Spriti : Stromstelle). Einmal mit unseren Kanus auf das andere Ufer übergesetzt ließen, sich die ganzen Pauschaltouristen beobachten. Aktionreiche Kentermanöver waren am laufenden Band zu bestaunen. Holländer die hinter ihren nassen Hosen herschwammen waren keine Seltenheit.
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Am Dienstag Abend stand das erste Abenteuer auf dem Programm. Dirk (zur Erinnerung : Zeltplatzwart) erklärte sich bereit eine Blues Brothers Höhlenvorschungsgruppe zu begleiten. Angedacht, ausgeführt. Nachdem sich auch Knubbelchen in einen schicken Neoprenanzug gequetscht hatte, taucht die kleine Gruppe durch den Fluss ans andere Ufer. Ein Felsspalt war der Eingang zu einer fast Naturbelassenen Tropfsteinhöhle . Die wagemutigen tauchten schließlich nach einer Stunde wieder am Camp auf und erzählten von ihren Erlebnissen. Abenteuerlich ging es auch am nächsten Tag weiter. Vier mutige Brothers starteten eine Canyoningtour. Ebenfalls in Neoprenanzügen verpackt liefen die Jungs durch einen Fluss und hatten Hindernisse wie Steinbrocken und Felsspalten zu überwinden. Sprünge aus einigen Metern Höhe mussten gemeistert werden, doch alle kamen an einem Stück zurück. Denkste, denn das Abenteuer verlangte der Crew eine Menge ab und so fuhren Rupp und Tom noch am selben Abend zum Notarzt, denn durch die Sprünge und den Wasserdruck waren die Ohren und das Trommelfell angegriffen. Fazit der Tour : Eine Ohrentzündung und ein Einriss des Trommelfells. Für Rupp hieß es ab sofort kein Wasser mehr in den Gehörgang. Eine zweite Gruppe fuhr zum Pacourt Adventure. Hierbei handelte es sich um einen Kinderspielplatz für Erwachsene. In einigen Metern Höhe waren diverse Kletteranlagen aufgebaut und es ging darum diese heil zu überstehen. Hängebrücken, Fässer, Kletterseile und eine 100m lange Seilbahn waren zu meistern. Bis auf einige Blasen an den Fingern blieb das Team "Jugend trainiert für Olympia" aber Verletzungsfrei. Die Ausfälle von Rupp und Tom wirbelten den Folgetag durcheinander, denn auf dem Programm stand eine zweitägige Kanutour. Einmal die Ardeche runter und mit dem Bulli zurück. Da zwei Leute ausfielen, wurden die Boote neu geordnet und so hatte Christoph "Spriti" Dittmann das Vergnügen, mit Alex das Kanu zu teilen. Kaum waren die Zelte, Klamotten und Fressalien in wasserdichten Tonnen verstaut, begann die nächste Reise. Fünf Kanus paddelten langsam aber gewiss den herrliche Fluss hinunter, Kaum war der Pont d'Arc hinter uns trieben die Boote in ein wunderschönes Naturschutzgebiet. Links und rechts Steilwände und in der Mitte der Fluss. Das schöne Wetter ließ die Laune steigen und alle waren begeistert von diesem wirklich schönen Stück Erde. Spannend wurde es an diversen Stromschnellen, denn dort wurde das können der einzelnen Teams immer wieder auf die Probe gestellt. Kaum war die erste gefährliche Abfahrt in Sicht kam es zum ersten Highlight der Tour. Das Boot Machholz/Schnückel blieb zwischen zwei Felsen stecken, lief voll Wasser und rührte sich nicht mehr. Das kalte Flusswasser strömte an den Insassen vorbei und bescherte die erste Dusche des Tages. Es sollte die einzig wirklich große Dusche sein, denn neben einigen kleineren unsauberen Manövern blieben zumindest die Oberkörper trocken. Gegen Nachmittag erreichten wir dann unser Tagesziel ein Biwakplatz 12 Kilometer von unserem Startpunkt entfernt. Auspacken und aufbauen, Essen und Schlafen, dass war die Reihenfolge des Resttages. Besonders prickelnd: keiner hatte an das Brot für den nächsten Morgen gedacht und so blieb nur eine Raviolidose für den Abend. Doch die Rettung nahte, denn die Wasserverletzten rückten mit einem Auto an. Zwar mussten sie einen längeren Fußmarsch beschreiten, doch erreichten sie schließlich den Zeltplatz. Glücklicherweise erklärten sich Tom und Pizza bereit, nochmals die Strapazen des Fußmarsches auf sich zu nehmen, um das Brot von unserem Stammzeltplatz zu holen. Das Frühstück war gerettet und nach einer sternenklaren Nacht schmeckte das Brot doppelt so gut. Um zehn Uhr wurden die Kanus erneut gesattelt und der zweite Teil der Reise begann. Wieder führte unser Weg an unendlichen Felswänden und Steinbrocken vorbei. Atemberaubende Eindrücke konnte hier ein jeder sammeln. Gegen 15 Uhr war die große Fahrt dann zu Ende. Unsere Kanus wurden auf einen Hänger gepackt und unser Grüppchen wurde via Sprinter zurück gefahren. Die kurvigen Straßen und die bekannt ruppige Fahrweise der Franzosen ließ das, ein oder andere Gesicht, erbleichen. Was blieb war der letzte Abend an der Ardeche. Abschiednehmen vom der ersten Frankreichwoche und packen für das Meer. An diesem Abschiedsabend wurde noch so manche Kronenburgflasche geköpft.

Kanu - Duo
Der nächste Morgen begann mit einem ausgiebigen Frühstück. Mittags wurden schließlich die Bullis gepackt und die Blues Brothers Crew fuhr nun weiter nach Saintes Maries de la Mer. Nach einem Weingutzwischenstopp und einem Megamac beim Frankreichschotten kamen wir am späten Nachmittag an. Die Sonne lachte und nach dem obligatorischen Einzug standen bereits die ersten Pülleken wieder auf dem Tisch. Prickelnderweise stellten wir schnell fest, dass unsere Campingplatznachbarn ebenfalls aus dem Ruhrpott stammten und zwar aus Essen. Innerhalb von Minuten liefen mehrere Jugendliche in RWE-Trikots an unserem Lager vorbei, da wir uns unmittelbar nach der Ankunft bereits als Wattenscheider geoutet hatten (Wattenscheid Fahne). Am nächsten Tag folgte dann, passender Weise, das große Spiel zwischen Rot-Weiß Essen und unserer SG. Vollversammelt (mit den Essener Kiddies) hockten wir um ein Handy herum. Der Daheimgebliebene Christian Arnold versorgte uns mit SMS-Eindrücken im Tickerformat. Die Niederlage schmerzte nicht wenig, doch der Urlaub wurde uns selbstverständlich nicht versaut. Kurz darauf hieß es Land unter. Das schöne Wetter verabschiedete sich von uns und "zapp-za-rapp-rapp" bescherte uns ein Gewitterschauer eine herrliche Matschlandschaft. Kurzerhand wurden diverse Zelte geräumt und die überfluteten Koffer aus den reißenden Matschbächen gerettet. So manche Unterhose soll leicht in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Weniger das Wasser von oben als mehr die steife Briese lies das Camp erschüttern. Der immer mehr auffrischende Wind und der wolkenbedeckte Himmel steigerte die Stimmung nicht wirklich. Am nächsten Tag wurden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Drei Leute unserer Gesellschaft machten sich mit dem Linienbus auf den Weg Richtung Arles. Der Rest fuhr mit dem Campingplatz-Sprinter hinterher. Zunächst wurden die Bier- und Essensvorräte aufgefrischt und anschließend begann das kurze "kulturelle" Programm in der Innenstadt von Arles. Nach dem ausgiebigen Spaziergang fuhren wir nach einem Frankreichschottenstopp zurück und verbrachten den Abend in unserem Lager. Wer glaubte, dass nach der ersten Woche kein Sport mehr betrieben wurde, der irrte, den trotz des schlechten Wetters wurde Boules gespielt und es entstand sogar noch eine neue Sportart, die spätestens in 5 Jahre olympisch sein wird. Der Genitaliendreikampf wurde ab sofort täglich neu bestritten. Nähere Info's zu diesem Sport könnt ihr unter der E-Mail-Adresse : olympischergenitaliendreikampf@prepare-to-party.de abrufen.

Pause am Brunnen
Dann wurde das Wetter letztlich doch noch schön. Animiert taperten die Brothers in die kleine Innenstadt von Saintes Maries. Schnuckelige Gässchen luden zum bummeln ein. Abgerundet wurden unsere Eindrücke von einem Stierkampf, welcher in Südfrankreich eine lange Tradition hat. Abgeschlossen wurde der Tag mit einem Strandspaziergang im Licht der untergehenden Sonne. Am folgenden Tag lachte uns die selbige bereits ab 8 Uhr Morgens an und endlich hieß es Kühltasche packen und los zum Strand. Typisch deutsch lief so einiges an Pils durch die Kehlen der durstigen Strandlieger. Gut durch, nahmen wir schließlich unsere Henkersmahlzeit ein. Der letzte Abend brachte dann noch mal so manchen Spaß. Das Nachbarlager aus Hannover, mit denen wir auch unsere Rückfahrt antraten, besuchte uns und was folgte war ein feucht fröhlicher Abend, der mit einem weiteren "Arschfoto" zu Ende ging. Was dann folgte war der Abreisetag. Noch einmal alles zusammenpacken und verstauen und den Rest des Tages in der Sonne faulenzen. Gegen 18 Uhr bestiegen wir dann unseren Bus um zurück nach Wattenscheid zu fahren. Komfortabel war die Rückfahrt nicht gerade und so quetschten wir uns in den nun vollen Bus. Was vermissten wir den Luxus der Hinreise ?! Dann ein weiterer Tiefpunkt. Die SG verlor im eigenen Stadion gegen Chemnitz und die Gemüter der Urlaubsgruppe waren mehr als angeschlagen. Einzig allein der Film "Blues Brothers" baute uns wieder etwas auf und so verging die Rückreise doch schneller als zunächst vermutet. Am nächsten Morgen um 9 Uhr kamen wir schließlich am Wattenscheider Bahnhof an. Jeder schnappte sich seine Tasche und folgte dem Ruf seines Bettes.
Festzuhalten bleibt, dass dies nicht die letzte gemeinsame Reise gewesen sein wird, denn trotz so manchem Lagerkoller war der Spaßfaktor sehr hoch. Mal schauen ob wir in ein oder zwei Jahren erneut Europa unsicher machen werden.
Prepare-to-Party ! Egal wo !






