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"JGA" Homey 2006

 

(ChA)Am Samstag, den 19. August 2006 war es endlich soweit. Die Wochen der Geheimhaltung hatten ein Ende. Herr H. sollte endlich gebührend aus dem tristen Junggesellendasein verabschiedet werden.



 

Noch Junggeselle "aktiv" 

 



Eine bunte Mischung aus angesehenen Herren der Gesellschaft traf zur Mittagsstunde in dem altehrwürdigen „Bierhaus Hasche“ in Wattenscheid ein. Nicht ohne Hintergedanken hatte man diese Örtlichkeit gewählt, hat der Junggeselle hier doch eine erhebliche Zeit seiner Freistunden (und nur die!!!) zu Schulzeiten verbracht. Nachdem der Trauzeuge den Junggesellen von dem nahegelegenen Zuhause abgeholt hat, musste dieser sich entsprechend des Mottos des Tages mit einem neuen T-Shirt, Lätzchen, Tasse, welche allesamt das Kunstwerk „Badewanne, Pam, Junggeselle und Entchen“ zeigten und natürlich einer wunderschönen Jogging bekleiden. Trotz erheblichen Widerstands der versammelten Herren bestand der Junggeselle angesichts seiner peinlichen Kleidung (man munkelt, er wollte vergessen) ein erstes Bierchen mit diesen zu trinken. Nachdem die Gesellschaft die Gläser geleert hatte, konnte der Junggeselle seine eigenen Zapfkünste an einer 5-Liter-Dose eindrucksvoll demonstrieren. Es bleibt zu hoffen, dass dem Junggesellen diese besondere Fähigkeit auch in den bevorstehenden Ehejahren nicht verloren geht.

Anschließend begab sich die Gruppe mittels ÖPNV in Feindgebiet und suchte zunächst die öffentliche Toilette in der Drehscheibe auf. Gott sei dank, wurde diese Rudelbildung nicht weiter geahndet. Zur großen Freude des Junggesellen steuerte man dann ein Bekleidungsgeschäft an, um den Herrn neu einzukleiden. Die Freude verging schlagartig, als die Damenabteilung von H&M zielstrebig aufgesucht wurde. Ein einmaliges Outfit konnte für den Junggesellen ausgesucht werden. Bemerkenswert war, dass einige Damen angesichts des perfekten Körpers des Junggesellen, sich voller Neid von diesem abwendeten. Schließlich wurde der allgemeine Kaufrausch durch eine höfliche Aufforderung, die Gänge für andere Kunden freizuhalten, beendet.

Den nächsten Schock erlitt der zukünftige Bräutigam als der Hauptbahnhof der verbotenen Stadt aufgesucht wurde. Erdurstet von der Shoppingtour, ließ man sich breitschlagen, eine weitere Kostprobe seiner Zapfkünste in Anspruch zu nehmen, als plötzlich eine Horde wild gewordener Damen und allen voran die zukünftige Braut erschienen. Zur Ehrenrettung des Tages verweigerte der Junggeselle den obligatorischen Willkommenskuss und widmete sich den wesentlichen Dingen des Lebens. Vielleicht hatte er die Braut auch nur nicht erkannt. Nach diesem kurzen Intermezzo auf dem Bahnsteig begab man sich, auf ausdrücklichen Wunsch des Junggesellen, in ein amerikanisches Feinkostrestaurant um sich zu stärken. Man munkelt, dass ein inoffizieller Rekord im „Big-Mac-Langsam-Essen“ aufgestellt wurde.

So gestärkt begab man sich schließlich erneut auf Reisen. Diesmal war das Ziel das Keglerheim von Paul Kleine in Eppendorf. Während dieser Ruhepause, bei welcher die Wirtsleute insbesondere mit Kaffee kochen auf Trab gehalten wurden, sammelte man sich für bevorstehende Highlights, von denen unser Junggeselle jedenfalls nichts ahnte. Als man von draußen ein Knattern und Vibrieren vernahm, wusste die Gesellschaft: Es ist soweit! Vor der Tür stand ein Planwagen, welcher von mindesten 250 Pferdchen gezogen wurde. Hier also würde die Gesellschaft die nächsten Stunden verbringen. Bei einer kräftigen Brotzeit und gekühlten Getränken, ließ man sich mit gut 20 km/h durch die Heimat chauffieren. An einem amerikanischen Feinkostrestaurant wurde ein erster Halt gemacht. Hier sollte der Junggeselle mittels eines BobbyCars im Drive-Thru eine Runde Eiscreme erwerben. Leider sind derartige Späße in der heutigen Zeit nicht mehr möglich. Wegen eines fehlenden Autos wurde jegliche Bedienung abgelehnt. Zur allgemeinen Verwunderung oder doch eher Erheiterung, wurde auch das Fotografieren und Filmen auf dem Grundstück untersagt. Auch der amerikanische Konkurrenzbetrieb gegenüber konnte die Gunst der Stunde nicht erkennen und lehnte eine Bedienung unseres zukünftigen Ehegatten ab. USA, USA, USA !!!!!

 

Brotzeit auf dem Planwagen 

 


Man setzte also wieder auf und widmete sich den angenehmen Dingen des Lebens. Wie einst die deutsche Nationalmannschaft bei der WM ´54 in der Schweiz, so begannen die Herren witzige Volkslieder aber auch das ein oder andere Kirchenlied zu schmettern. Die Fahrt musste hin und wieder unterbrochen werden, da insbesondere der Trauzeuge unter dem „Durchlauferhitzer-Syndrom“ litt und ständig austreten musste. Nachdem uns die Fahrt durch die Idylle der Elfringhauser Schweiz führte, musste man schließlich den Weg zurück nach Wattenscheid antreten.
Eine abschließende Zwischenstation sollte das Pfarrfest in St. Joseph Wattenscheid sein. Hier ließ sich der Junggeselle als Höhepunkt des Abends von den Anwesenden feiern. Der Junggeselle musste viele Hände schütteln und sicherlich mehr als einmal sein Outfit erklären. Kurz vor Aufbruch konnte die Gesellschaft mit einer guten Tat glänzen. Die Herren sahen sich veranlasst beim Einpacken eines aufblasbaren Menschenkickers der Gemeindejugend hilfreich zur Seite zu stehen. Leider gab es offensichtliche Verständigungsschwierigkeiten, da einige der Ansicht waren, eine Hüpfburg vor sich zu haben und sich entsprechend auf die luftleere Hülle des Kickers schmissen. Es soll durchaus hart gewesen sein.

Danach zogen die Pferdchen samt Planwagen wieder von dannen. Schließlich landete die Gruppe in einer eigens angemieteten Schrebergartenhütte. Hier sollte der Abend angemessen beendet werden. Zunächst wurde das zuvor erlegte Tier auf dem Grill gelegt, um die doch hungrigen Mäuler zu stopfen. Dies sollte der Auftakt zu einer Orgie sein, an der auch Obelix seine wahre Freude gefunden hätte. Daneben wurde frisch gezapfter Gerstensaft einer sich in der Nähe befindlichen Brauerei gereicht. Einige Zungen behaupteten, dass dies das einzig vernünftige aus der verbotenen Nachbarstadt sei. Die Nahrungsaufnahme wurde blitzartig unterbrochen, als ganz unerwartet eine junge, nicht allzu hässliche Frau in der Anlage auftauchte. Sodann begann diese für und vor allem mit dem Junggesellen zu tanzen. Es schienen magische Kräfte auf die Gesellschaft zu wirken. Plötzlich änderte sich die Stimmung gefräßige Ruhe in eine riesige Partylaune. Auch der zuvor etwas ermüdete Junggeselle war zurück ins volle Leben gekehrt.

 

Abschied in der Eule 

 


Da die junge, nicht allzu hässliche Frau äußerst spärlich bekleidet war, sahen sich die versammelten Herren voller Mitleid, aber auch voller Dankbarkeit für die überraschende Aufheiterung, veranlasst, ihr einen großzügige Spende zur Verfügung stellen. Bleibt zu hoffen, dass die Frau sich auch tatsächlich etwas zum Anziehen gekauft hat. Angespornt durch diese Einlage, haben sich auch einige Herren hinreißen lassen, die zuvor beobachtete Performance nachzuspielen. Einzelheiten sollen an dieser Stelle erspart bleiben. Andere wiederum widmeten sich erneut den kulinarischen Genüssen. Da die Gesellschaft langsam erste Auflösungserscheinungen zeigte, neigte sich die Zusammenkunft dem Ende zu. Die meisten Herren der Gesellschaft begaben sich auf den Weg nach Hause.

Da aber der Junggeselle unter schrecklichem Heimweh litt, opferte sich eine Handvoll Kameraden und begleitete ihn in sein „Wohnzimmer“. Hier fand ein ereignisreicher Tag schließlich im Morgengrauen sein Ende.