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"JGA" Schlag den Dirk 2008

 

(MHo)Als klar war, dass Herr R. heiraten würde, freute sich eine große Runde von Leuten, war doch zu erwarten, dass man die ein oder andere Feier bewältigen müsste. Die Herren der Schöpfung schmiedeten umgehend Pläne, wie der obligatorische Junggesellenabschied zu einem Jahrhundertereignis werden könnte. Da auch Männer mit vollen Terminkalendern und sogar ein Teilnehmer aus dem Ausland an dieser Aktion teilnehmen wollten, musste frühzeitig ein Termin gefunden werden. Nach reiflicher Überlegung und aus freiem Entschluss fiel die Wahl schließlich genau auf das Wochenende, an dem der Junggeselle freitags seinen Geburtstag feiern würde. Dass es vielleicht nicht so optimal ist, dem Körper an den zwei darauf folgenden Tagen keinerlei Ruhe zu gönnen war klar, es ging aber wirklich nicht anders. Da muss so ein Junggeselle dann eben durch, schließlich kann man sich im Leben nicht alles aussuchen.

Die weitere Planung sah folgendermaßen aus: Das Motto sollte aus „Schlag den Herrn R.“ lauten, wir wollten mit einem Bus fahren, wobei der Weg unser Ziel sein sollte, und keiner der Teilnehmer sollte auch nur einen Moment Durst leiden.

 

Busfahrer der Herzen 

Die Monate vergingen, das Feintuning nahm Gestalt an, und plötzlich war es da: Das Wochenende der Wochenenden! Am Freitag (wir erinnern uns: Der Junggeselle hat Geburtstag) kommt am 19 Uhr der Bus. Ein richtiger Linienbus, Wahnsinn! Und er passt genau in die Werkstatthalle! Schnell machen sich die Auserwählten daran, den sonst im Schulbusverkehr eingesetzten Mercedes ein wenig an unsere Vorstellungen anzupassen. Das soll heißen: kühles Bier vom Fass, Musik, dafür Kabel verlegen, Tisch rein usw. Zusätzlich müssen noch Unmengen an Material verstaut werden.

Leider schreitet die Zeit schneller voran als uns lieb ist und so wird klar, dass es nicht alle auf den Geburtstag schaffen werden. Die wenigen, die doch hingehen, erleben ein leicht irritiertes Geburtstagskind, das wohl nicht mit so wenig Besuch gerechnet hat. Und dann konsumiert der Besuch auch noch wenig Alkohol und geht vor Mitternacht nach Hause. Unglaublich. Na ja, nicht so schlimm, schließlich steht am nächsten Morgen noch ein Termin beim Pastor auf dem Programm. Wie wir Gäste erfahren soll es wohl wieder um die Taufe gehen, und das leider schon um 10:30 Uhr. Da muss das Geburtstagskind eher als üblich aufstehen, so ein Ärger aber auch.

 

Samstag Morgen, halb 10 in Wattenscheid: Die Mannschaft trifft an der Werkstatt ein. Auch der Busfahrer unseres Vertrauens ist bereits am Objekt, während die restlichen Klamotten und Lebensmittel im Bus verstaut werden. Gegen 10 geht es endlich los. Die Spannung im Bus steigt, dann erreichen wir die kleine Anliegerstraße. Unsere Vorhut, bestehend aus dem österreichischen Teilnehmer, begibt sich zu Fuß Richtung Haus. Bis zu diesem Zeitpunkt glaubt der Junggeselle immer noch an den Termin beim Pastor und belädt aus diesem Grund das Auto. Seine Pläne werden aber durch unser Erscheinen – der Bus fährt übrigens bis vor die Tür – zunichte gemacht. Und just in diesem Moment überfällt uns ein extremer Durst. Jeder Teilnehmer erhält ein mit dem jeweiligen Namen versehenes Glas, welches bis zum Rand mit leckerem, eiskalten Gerstensaft gefüllt ist.

 

Wer hat den Schwung hier raus ? 

 

Nachdem der erste Durst gestillt ist verlassen wir Frau, Kind, Haus, Auto und begeben uns auf die Reise. Auf der Fahrt durch das zentrale Ruhrgebiet gelangen wir schließlich an eine Schutthalde in Wattenscheids östlicher Nachbarstadt. Es scheint als eigne sich der Parkplatz am Fuß der Kippe ausgezeichnet für unser Frühstück. Und spätestens jetzt wird uns klar: Wir haben das einzige sonnige Wochenende des Sommers 2008 erwischt! Wir genießen das Wetter und das Frühstück, doch dann wird es ernst, die Spiele beginnen. Der Junggeselle muss in jeder Runde ran, einer von uns dagegen wird ihm und einem Spiel zugelost. Zum Warmwerden gibt es Seilchenspringen, bevor es heißt: Einpacken, Aufsitzen, es geht weiter.

Unser nächster Halt ist das Schiffshebewerk Henrichenburg. Hier erwarten uns gleich mehrere Aufgaben, wovon der Stockkampf der Sumo-Ringer in die Geschichte eingehen wird.

Weiter geht es. Ach so, hat eigentlich jemand das Schiffshebewerk gesehen? Na ja, nächste Mal vielleicht.


 

 

Unser Busfahrer – ein ausgesprochener Schnitzelfreund übrigens – findet, dass unser Horizont erweitert werden müsste. Und so kommt es, dass unsere Reisegruppe zur besten Kaffee- und Kuchenzeit auf einem bekannten Hof in Haltern-Sythen einkehrt. Busparkplätze gibt es zum Glück in ausreichender Anzahl, und Schnitzel, Pommes und Bier ebenso. Ein sinnvolle Bestellung wäre jetzt ein Seniorenteller. Na ja, nächste Mal vielleicht. Ob uns hier etwas besonderes in Erinnerung bleiben wird? Ja sicher, der fantastische Tanz des Junggesellen mit der einzigen unter 70-jährigen im Saal. Der Wahnsinn!

Nach einigen weiteren Wettkampfspielen geht es direkt durch nach Wessum. Nach dem Abklappern sämtlicher Kneipen wartet noch eine Weide auf uns, auf der unsere Zelte und unser Grill aufgebaut werden müssen. Nach dem leicht fleischlastigen Abendbrot begibt sich ein Teil der Gesellschaft noch auf eine Geburtstagsfeier, bei der sich erst nach unserer Ankunft herausstellt, dass wir offensichtlich auf der Gästeliste vergessen wurden. Der Abend endet schließlich für fast alle in einem der Zelte, nur die Uhrzeit beim Erreichen des eigenen Schlafsacks variiert doch sehr stark.

 

Der nächste Morgen ist geprägt durch ein leckeres Frühstück und ein koordiniertes Aufräumen und Einpacken. Im strahlenden Sonnenschein bestreiten die Teilnehmer dann die letzten Wettkampfspiele bevor feststeht: Wir sind die Gewinner. Leider hat es für den Junggesellen nicht gereicht. Aus Freude bzw. Frust wird erneut Gerstensaft konsumiert.

Zurück in Wattenscheid steigen zwei unserer Mitstreiter von unserem Bus direkt in den Bus zum 09-Spiel in Bonn um. Respekt für diesen Kraftakt! Der Rest der Mannschaft kehrt zur Werkstatt zurück, um den Bus wieder in den Originalzustand von 1984 zu versetzen. In den Tagen danach versuchen sich die Teilnehmer selber wieder in den jeweiligen Originalzustand zurück zu versetzen.

Als Fazit bleibt festzuhalten: Herzlichen Dank an unseren Fahrer, ein Dank auch an Hannes, es war fantastisch! Aber:

Wer ist dieser Scnü?
Kommt jemand mit zum geilen Waldfest in Ottenstein?
Wann geht es endlich wieder los?