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Glasgow 2005
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"We came as football fans, but leave as friends."
(ChM)Kein anderer Satz könnte das vergangene Wochenende besser beschreiben als dieser. Und keiner der Blues Brothers hätte am Abreisetag je vermutet, dass die Reise nach Glasgow ein solches Erlebnis werden würde.
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15 Brothers in Glasgow
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Freitag 15.04.05:
Knapp fünf Monate war es her, als Keith McAllister mit seinem Besuch in Wattenscheid eine endgültige Entscheidung zu einer Schottlandreise auslöste. Nach einigen Vorbereitungen, wie etwa das Erstellen eines Tour T-Shirts und das Einkaufen von Altbier stand die Wattenscheider Reisegruppe gegen Mittag zur Abreise bereit. Das Flugzeug sollte gegen 17:05 Uhr am Airport Niederrhein abheben. Nach einigen Minuten Stau in Gelsenkirchen wurde der Flughafen pünktlich erreicht und das wenige Gepäck aufgegeben. Zur Einstimmung gab es nun das erste Bier des Tages und somit das letzte deutsche an diesem Wochenende.
Die erste erwähnenswerte Situation ereignete sich noch im Check-In Bereich des Weezer Flughafens. Im Vorfeld der Tour hatten die Brothers darüber philosophiert welche Art von Gastgeschenk die beste sein könnte. Das Ergebnis war denkbar einfach: BIER ! Die Frage wie man möglichst viel Bier nach Schottland bekommt, blieb allerdings zunächst unbeantwortet und Ernüchterung folgte als die Antwort der Airline kam: Keine Biermitnahme im Gepäckraum ! Auch die Mitnahme via Handgepäck wollte man nicht bestätigen, aber immerhin auch nicht verneinen. Die Lösung lag auf der Hand und so wurden 15 handliche 5 Liter Partyfässer Frankenheim Altbier (Schotten lieben Altbier) gekauft und in Geschenkpapier verpackt. Jeder nahm somit sein ganz persönliches „Geschenk“ in seinem Handgepäck mit. Das Zittern begann dann vor der Gepäckkontrolle. Würden die Fässer das Flugzeug je erreichen? Sie erreichten das Flugzeug, denn das Flughafenpersonal ließ die Fässchen gewähren. Eine gewisse Verwunderung war den Damen und Herren allerdings deutlich anzumerken und ohne eine genaue Nachfrage wofür man die Fässchen wohl mitnehmen würde, wollte man die Reisenden dann doch nicht passieren lassen.
Nachdem die, auf der Schönheitsskala eher unten angesiedelte, Stewardess die Reisegruppe in die Geheimnisse der Rettungswesten eingewiesen hatte, klammerten sich einige schnell an ihren Vordersitzen fest und ließen diese erst nach dem Bilderbuchstart unseres Kapitäns wieder los. Der weitere Flug blieb bis auf die rasante Einnahme einer Dose Amstel, die übrigens äußerst günstig war, unspektakulär.
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Nach der sanft erfolgten Ladung und der erfolgreichen Stückzahlkontrolle des Gepäcks liefen die Brothers Richtung Empfangsbereich. Bereits aus der Entfernung war zu erkennen wer dort wartete, denn Keith McAllister hatte seinen wohl bekannten Schottenrock an. Neben ihm liefen weitere drei Gestalten, die das Empfangskomitee komplettierten. Nach dem gemeinschaftlichen Händeschütteln kam es dann zur ersten von vielen Überraschungen an diesem Wochenende. Zur Begrüßung bekam jeder der Mitreisenden eine kleine Plastiktüte überreicht. Diese Tüte hatte es wahrlich in sich. Neben einem Flyer für das schottische Fußballnationalmuseum, einem Queens Park Schlüsselanhänger mit der Trikotnummer „09“, einem Macaroon-Bar (wurgs!) und einem witzigen Queens Park Tattoo befand sich eine weitere buntbedruckte, vierseitige Broschüre in der Tüte. Diese Broschüre, übrigens im Stadionheftdesign layoutet, war extra auf die Blues Brothers abgestimmt. Neben Tipps für Bars, einem Stadtplan und einer netten Begrüßung, konnten man noch reichliche Informationen zum Queens Park f.c. und zum Stadion nachlesen.
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Taxi
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Bannerhopping at Ibrox
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Keith offenbarte bereits in den ersten Minuten sein organisatorisches Talent und teilte die Reisegruppe kurzerhand auf die extra angerollten Fahrzeuge auf. Neben dem Queens Park Bus mit unübersehbarer IRN BRU Werbung standen noch zwei weitere Fahrzeuge zum Abtransport der Wattenscheider bereit. Der Konvoi setzte sich dann schließlich Richtung Glasgow in Bewegung. Einige Meilen waren zu überwinden und so konnte man, den ein oder anderen Blick, auf die vorbei fliegenden Schafe richten. Wie zuvor vereinbart hielten die Autos dann am Ibrox Park, dem Stadion der Glasgow Rangers. Das Stadion steht in einer sehr entlegenen Ecke Glasgows in der Nähe des Hafens. Geprägt durch abbruchreife Häuser und einem Drogenumschlagviertel in der näheren Umgebung wirkte der durchaus imposante Bau wie ein Fremdkörper. „Modern Football“ meets Ghetto wäre wohl der passende Titel gewesen. Nach einem schnellen Foto für den Bereich Bannerhopping ging es dann ohne Umwege weiter Richtung Innenstadt und somit Richtung Eurohostel.
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Das Eurohostel war als Unterkunft für die Zeit auf der Insel erwählt worden und definierte sich vor allem durch seinen günstigen Preis. Viel zu erwarten hatte man nicht, denn für gerade einmal 24 €uro pro Übernachtung inkl. Frühstück würde es sicher kein Viersternehotel geben.
Nachdem die Gastgeschenke mit dem IRN-BRU Transporter verschwanden und Keith sich kurzfristig verabschiedete um aber später wiederzukommen, wurden sämtliche Reisegepäckstücke auf die Zimmer gebracht. Anschließend warfen sich alle Anwesenden in die Abendgarderobe, die sich allerdings kaum von der Reisekluft unterschied. Guide Martin wartete bereits in der hostelzugehörigen Osmosis-Bar auf die Brothers. Nach zwei Pints Lagerbier sammelte sich langsam das schottische Volk um uns herum und die ersten Unterhaltungen begannen. Nachdem auch die letzten Personen eingetroffen waren setzte sich die nun rund 30 Mann starke Kolonne in Richtung „Park Bar“ in Bewegung. Zunächst hieß es jedoch: Essen fassen, denn die Mägen der Wattenscheider waren nicht gerade gefüllt. Bei BigMac und McTasty aßen sich alle satt ehe es dann mit dem Taxi in die Glasgower Vorstadt ging.
Wie überall ist das „Einheimische“ eher selten zu finden, denn wie in Deutschland sprießen Bars, Restaurants und andere Etablissements im ausländischen Style aus dem Boden. Die Gastgeber wollten aber eine typisch schottische Bar zeigen und führten die Gruppe daher etwas aus dem Zentrum heraus. Die Park Bar könnte man mit den hiesigen irischen Lokalitäten vergleichen, wenn auch etwas weniger verspielt. Deutlich waren die schottischen Nationalsymbole wie etwa Fahnen zu erkennen. Das Ambiente wurde durch Live-Musik abgerundet. Schnell kam die internationale Gruppe ins Gespräch und den Rest erledigte der Alkohol. Nach einigen Biersorten, schließlich muss man alles probiert haben, und einigen IRN-BRU Vodka Mischungen rückte die Sperrstunde näher. Der Abend in der Bar klang dann mit einigen gesungenen Fußballliedern aus. Der Tag war nun für die schottischen Freunde weitestgehend beendet, für Wattenscheider jedoch nicht, denn der Bierverkauf war im Hotel nicht verboten.
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Nachtisch
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Das Glasgow ein Platz von internationalem Flair war, zeigte dann die Begegnung mit zwei französischen Staatsbürgern, die noch eine „günstige“ Bleibe für die Nacht suchten. Da wir noch ein Bett in unserem Zimmer frei hatten, wurde kurzerhand beschlossen den Franzosen Asyl zu gewähren. Da man ins Gespräch kam, wurden noch einige Foster-Flaschen gekauft und diese dann im großen Aufenthaltsraum getrunken. Der lange Abend endete gegen 04:30 Uhr im Etagenbett auf Zimmer 401.
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Samstag 16.04.05
Der Wecker schellte und die sieben verwegenen Gestalten auf Zimmer 401 erblickten das erste Tageslicht. „07:45 Uhr ? Bist du bescheuert“, schnaubte es nach einigen Sekunden und ein lautes Stöhnen machte sich im Zimmer breit. Einzig die beiden französischen Gäste, welche sich ein Bett teilten, schliefen den Schlaf der Gerechten. Normalerweise hätte man sicherlich weitergeschlafen, doch weil man eigentlich schon wach war und heute schließlich der große „Hampden Tag“ war, beschlossen die Brothers den Gang zur Dusche. Nachdem sämtliche nächtlichen Ausdünstungen aus dem Zimmer durchs Fenster verflogen waren und die ausgesprochen gut dosierbaren Duschen ihren, zum Teil „eiskalten“ Dienst vollbracht hatten, taperten die ersten Wattenscheider zum Frühstücksraum.
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Frühstück
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Das Buffet bestach durch seine schier gigantische Auswahl an leckeren Dingen. Neben Toast gab es auch noch Toast und Toast. Als Toastbelag stand jede menge Marmelade bereit. Immerhin: Die Sorten variierten. Außerdem gab es noch Milch und zwei Sorten relativ geschmacksneutraler Cornflakes.
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Der Frühstücksraum war voll besetzt und in der Ecke flimmerte der große Fernseher auf dem „Futurerama“ lief. Schnell lümmelten sich einige Wattenscheider in den großen Sesseln am Fernseher und knusperten ihre Toastscheiben in sich hinein. Eigentlich war abgesprochen, dass Keith gegen 10:45 Uhr am Hotel sein würde, um dann alle via Bus und Bahn zum Stadion zu eskortieren. Tatsächlich erhielten die Brothers jedoch eine nette SMS in der stand, dass Keith mitsamt Tochter den Queens Park Bus abgeholt hätte und dieser um 11:00 Uhr am Hotel bereit stehen würde.
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Hosenboden
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Die freudige Nachricht wurde dann auch von Zimmer 601 empfangen und da man nun noch etwas Zeit hatte, entschloss man sich zu einem leckeren „Fosters Frühschoppen“. Die Passanten, die am Hotel entlang liefen, blickten etwas verwundert drein, als ein Halbkreis von rund zehn Leuten, biertrinkend, vor dem Hoteleingang stand. Einige rümpften gar die Nase, woran dies gelegen haben könnte ?
Pünktlich um 11:00 Uhr fuhr unser Freund Keith dann vor. Nachdem sich alle fünfzehn in den Bus gequetscht hatten, ging die Reise quer durch Glasgow auch schon los. Bevor man jedoch das Ziel Hampden Park erreichte, hielt der Tross an einer weiteren historischen Stelle, dem „Cathkin Park“. Dieser Ground gehörte einst einem ebenfalls in der Vergangenheit berühmten Team, dem „Third Lanark football club“ (1872-1967). Der Verein musste in den Sechzigern des letzten Jahrhunderts den Spielbetrieb aus Geldmangel einstellen. Seitdem ist die Tribüne abgerissen worden und die übrig gebliebenen Stehränge sind bereits stark verwittert. Auch hier wurde vor über hunderttausend Zuschauern Fussball gespielt. Auf dem Weg zurück zum parkenden Bus erlitt Rolli Blues dann eine Reifenpanne. „Kein Flickzeug ?“ – „Kein Flickzeug!“ Also ging es mit einem Platten reifen weiter !
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Minuten später fuhr der blau-orange Bus dann zum eigentlichen Ziel, dem Hampden Park. Das Stadion, betrieben vom Queens Park fc, ist zugleich das schottische Nationalstadion. Große Länderspiele finden ausschließlich in dieser Arena statt. Erst kürzlich wurde beschlossen, dass das UEFA-CUP Finale 2007 im Hampden Park stattfinden wird. Selbst die Championsleaguetrophäe wurden hier schon verliehen (Real Madrid-Bayer Leverkusen).
Nach der Ankunft und einer kleinen Fotosession am äußeren Bereich des Stadions liefen die Brothers dann zum Haupteingang der Arena hinter der Haupttribüne. Man durchschritt das Eingangsportal und hatte das Gefühl in einem riesigen Bürogebäude zu stehen. Die Reisegruppe hatte dann einige Minuten zu warten, da der extra organisierte, in Glasgow wohnhafte, deutschsprachige Holländer-Guide etwas in Verzug geraten war.
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SFA-Cup
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Nach seiner Ankunft, zeigte er uns dann ohne Umwege, dass ebenfalls im Hampden Park ansässige schottische Fussball Nationalmuseum. Leider blieb nicht viel Zeit und so konnte nur ein kleiner Blick auf die ausgestellten Dinge geworfen werden. Besonders sehenswert ist der schottische Ligapokal, der einer der ältesten Wanderpokale der Welt ist. Zum jährlich wiederkehrenden Pokalfinale wird er herausgeholt, dreht eine Stadionehrenrunde um dann direkt wieder durch ein Duplikat ersetzt zu werden. Ein wahrlich historisches Artefakt !
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Spielergang
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Nach einem kurzen Blick in die Hall of Fame und einem Zwischenstopp im Stadionshop (J) durfte die Wattenscheider Gruppe dann einen Blick in die Kabinen des Stadions werfen. Hinaus ins weite Rund ging es dann durch den Spielertunnel und ehe man sich versah standen die Blues Brothers Wattenscheid auf dem heiligen Rasen des Hampden Park.
Nicht wenige blieben nun mit offenem Mund im Eingangsbereich stehen. Man sah ein beeindruckendes Stadion, ein modernes Stadion und trotzdem erstarrte man gleichzeitig ob des historischen Hintergrunds der Arena. Nachdem sich die ersten Münder wieder geschlossen hatten kam Greenkeeper Andy auf den Plan. Der Hausmeister des Stadions zeigte uns höchstpersönlich den besten Platz um unser Banner aufzuhängen. Um diese Stelle zu erreichen, ging ein kleines Grüppchen einmal durch das weite Rund auf die andere Seite des Spielfeldes. Andy erzählte dabei von europäischen Spitzenclubs, etwa Real Madrid und welche Sonderwünsche die einzelnen Mannschaften hätten. Demnächst erwartet Andy ein Komitee aus Italien, welches die Arena für das anstehende Länderspiel inspizieren möchte. Nach dem Positionieren des Banners führte Andy uns dann durch die Katakomben aus dem Stadion heraus und somit in die Mittagspause. Eine Stunde Zeit um einen Happen zu essen ! Keith empfahl uns einige Meter weiter in die dort ansässige „Canasta Bar“ zu gehen.
Nudeln in allen Variationen wurden zügig in sich hinein gestopft ehe es dann zum großen Spiel zwischen Queens Park und East Five kam. Schnell wieder zurück zum Stadion und dann ab auf die Tribüne. Einige Minuten vor Anpfiff des Spiels, dann ein wahrlich emotionaler Moment. Auf der Anzeigetafel des Stadions wurden die Blues Brothers Wattenscheid begrüßt. Dazu dröhnte aus der mächtigen Stadionanlage Lennis Klassiker „SG Wattenscheid 09“. GÄNSEHAUT !
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Kurz vor dem Anstoß wurde dann noch offiziell und für die anwesende Presse ein mit originalen Unterschriften versehendes 09-Trikot gegen einen herrlichen Queens Park Wimpel getauscht. Der anwesende Präsident der Queens bedankte sich und versprach im weiteren Verlauf des Abends noch einmal vorbei zu schauen.
Das Spiel begann wie es besser nicht beginnen konnte. Nach einem Foul an der Strafraumgrenze kam es zu einem Freistoß. Der in der dritten Spielminute ausgeführte Schuß passte direkt ins obere rechte Eck und Queens Park führte mit 1:0. Der weitere Spielverlauf verlief relativ unspektakulär. Der schottische Fußball zeigte sich kämpferisch und wenig technisch versiert. So war das 1:1 auch eine Folge schwerer Einzelfehler. Die Halbzeitpause wurde dann für erneute Snackaufnahme genutzt. Ein paar mutige Reisende erlaubten sich eine dieser Teigtaschen mit fleischigem Inhalt, andere vermieden lieber eine Magenreizung und versuchten sich an den Cheeseburgern, die zwar etwas trocken, aber lecker waren. In Halbzeit zwei schaffte Queens Park dann die Führung und wie es sich gehört, schallte der „Schreck vom Ruhrgebiet“ durch den Hampden Park. Generell hielt man sich während der 90 Minuten nicht zurück und dies wurde vom restlichen Publikum lobend erwähnt, denn man bescheinigte den besten Heimsupport seit zwei Jahren.
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Trikotübergabe
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Das Spiel
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„Nach dem Spiel ist vor der Theke“ und deshalb waren die Brothers im Anschluss zum Spiel in den Social Club eingeladen. Der Social Club, das Vereinsheim, lag nur wenige Schritte neben dem mächtigen Hampden Park. Quer durch den Plattenbau führte uns der Weg in einen Saal. Dieser war mit Bildern aus der Vergangenheit gepflastert und vergegenwärtigte erneut die Historie des Vereins.
Im Club angekommen ließen sich die Brothers dann nieder. Einige gähnten fröhlich vor sich hin, denn der warme Raum und das Sitzen führten zu einigen Müdigkeitserscheinungen, welche aber dann nach den ersten Bier- und Vodka-IRN-BRU Runden langsam wieder verschwanden. Schnell gesellten sich einige Schotten um den Tisch der Brothers und man kam ins Gespräch. Der Präsident bestellte dann zur Feier des Tages eine Doppelrunde alkoholische Getränke und die Brothers bedankten sich artig bei ihm (Interner Hinweis: Trinklieder die auf der englischen Nationalhymne basieren, sollten in Zukunft überdacht werden). Man will, laut Aussage des Präsidenten, den näheren Kontakt zu 09 suchen, um eventuell ein Spiel zwischen Queens Park und 09 zu realisieren. Mit den Worten „we keep in touch“ verabschiedete sich der Präsident dann schließlich.
Auch einige Spieler hatten sich mittlerweile unter das Social Club Volk gemischt und so kam es zu einem schicken Mannschaftsfoto mit Spielern und Fans. Nach der kleinen Fotosession folgte dann der nächste Punkt des Abends, denn einige der anwesenden Supporters hatten sich nicht lumpen lassen und ein Buffet aufgebaut. Jeder konnte hier allerlei schottische Spezialitäten probieren und man muss schon lobend erwähnen, dass die angebotenen Dinge sehr lecker waren. Vor allem die Sandwichs in bunten Variationen waren kaum zu übertrumpfen und glichen geschmacklich Subway-Baguettes.
Nachdem alle ihre Mägen gefüllt hatten, spielte Keith mit dem nächsten Programmpunkt auf. „Let the games begin“, und so wurde die Dartscheibe aufgebaut, die Dominosteine bereitgelegt und der Pooltisch zurechtgerückt. Jeweils ein Schotte und ein Deutscher bildete ein Team und so dauerte es nur wenige Minuten bis die Grüppchenbildung Geschichte war. Viele der Schotten sprachen über ihre persönliche Queens Park Geschichte und so erzählte Logan von seinem Großvater, der einst Clubpräsident des Vereins war. Ein anderer war für die große Wimpelsammlung an der Theke des Social Club verantwortlich (Ein 09-Wimpel wurde selbstverständlich ergänzt). Warum? Das stellte sich schnell heraus, denn er war einst Fifa Schiedsrichter und durfte gar Vereine wie Benfica Lissabon oder die deutsche Nationalmannschaft pfeifen.
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Wimpel
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Heiß umkämpfte Spiele lieferten sich die Teams untereinander bis es endlich zu den Finals kam. Das Dominofinale und das Poolfinale waren gespielt, als das große Highlight des Abends folgte. „Vicar“, ein Mann von Ehre, der sonst niemals aus seiner Haut kommt, der niemals sein Sacko ausziehen würde um auf eine Dartscheibe zu werfen, tat es. Der Social Club kochte und angefeuert von 50 Kehlen traf „Vicar“ zum Sieg. Spätestens jetzt waren alle Dämme gebrochen! Die Siegerehrung folgte auf dem Fuße und die Siegerpärchen Martin & Schnü (Pool), Boris & Makewood (Dominos) und Vicar & Heino (Dart) erhielten eine Ehrenplakette.
Abschließend wurden noch einige dankende Worte gesprochen. Eine Einladung der Blues Brothers für einen Gegenbesuch folgte auf dem Fuße. Nachdem dieser „halboffizielle“ Teil nun beendet war, wurde die Musik aufgedreht und die Party ging fröhlich weiter. Bei Fußballsongs von beiden Vereinen und anderen Klassikern wurde richtig abgerockt. Besonders beim Runrig Song „Loch Lomond“, der auch bei schottischen Nationalspielen gespielt wird, sangen und grölten alle mit. Besonders sehenswert : Die Polonäse durch den Social Club! Trendsetting pur, denn so etwas, so wurde versichert, gab es vorher noch nicht.
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Dart Finals
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Irgendwann, nachdem es schon einige Male zeitlich verschoben war, folgte dann die Sperrstunde im Social Club und die Lichter gingen an. Die ersten Gäste verabschiedeten sich und so blieben nur noch die Blues Brothers und ein paar Schotten übrig. Diese organisierten als letzte Amtshandlung Taxis für den Hotelrücktransport. Schnell standen diese bereit und das große Verabschieden begann. Viele Hände wurden geschüttelt, viele Rücken beklopft, Szenen wie nach einem Familienfest! Wenige Minuten später befanden sich alle Brothers im Taxi und stöhnten zufrieden in sich hinein. Bevor es dann ins Bett ging genossen ein paar Wenige noch ein Fläschchen Fosters von der Hotelbar.
Sonntag 17.04.05
Wieder schellte der Wecker früh, denn man wollte den Rückflug nicht verpassen. Auch an diesem Morgen war das Aufreißen der Fenster das erste was getan wurde und noch mühseliger als am Vortag bewegten sich die Zimmer Richtung Frühstückssaal. Einige verweigerten gar die Aufnahme von fester Nahrung und konzentrierten sich darauf ihren Kaffee unfallfrei zu trinken.
Gegen ca. 11 Uhr standen dann schließlich alle Brothers mit Sack und Pack bereit. Man verließ das Eurohostel, ging 250m eine Straße entlang und hielt dann an der Central Station, dem großen Glasgower Bahnhof. Nachdem man der Dame am Ticketschalter das komplette Kleingeld aufgehalst hatte, konnte jeder noch einen Blick in den schönen, traditionellen Bahnhof werfen. Die Wartezeit wurde durch Starbucks Kaffee und einige Baguettes verkürzt. Bevor man gemeinschaftlich den Zug gen Prestwick Airport verließ, erkundigten sich noch zwei Polizisten nach uns. Die beiden Herren mochten rein gar nicht verstehen, warum man als Deutscher zu einem Queens Park Spiel gegangen sein und dann noch jeder ein Trikot davontragen würde. Rangers und Celtic hätte man noch verstanden, aber Queens Park? Die Polizisten verließen die Brothers kopfschüttelnd, wünschten aber sichtlich erheitert einen angenehmen Rückflug.
Überaus unspektakulär endete dann die Reise der Blues Brothers. Nachdem man rund eine Stunde zum Flughafen via Bahn und Bus gebraucht hatte und das letzte Geld in Chips und Süßzeug investiert hatte, flog das Flugzeug pünktlich ab. Zurück am Flughafen Weeze erreichte die Reisegruppe dann eine weitere gute Nachricht. Wattenscheid hatte Bochum im Derby geschlagen. Man nahm seine Taschen, bestieg die Autos und rollte schließlich nach Haus. Die meisten sollen bereits früh im Bett gewesen sein.
Fazit
Als Blues Brother und Wattenscheidfan hat man manche Aktion, manche Veranstaltung und manche Reise bereits hinter sich gebracht. An ein Wochenende wie dieses kann ich mich aber nicht erinnern. Man traf nicht nur auf Gleichgesinnte, sondern lernte innerhalb von Stunden neue Freunde kennen und freut sich bereits jetzt auf ein mögliches Wiedersehen. Die unglaubliche Gastfreundlichkeit und das organisatorische Geschick der Leute vom Queens Park, bescherte uns ein Wochenende mit viel Spaß und Momenten über die noch in Jahren gesprochen werden wird. Sollte es zu einem Gegenbesuch der neuen Freunde kommen, und davon darf man nun ausgehen, könnte ein Grundstein zu einer internationalen Fanfreundschaft gelegt werden. Nicht nur eine Freundschaft der Blues Brothers mit Queens Park Fans, sondern eine Freundschaft aller Wattenscheider Fans mit diesem sympathischen, historischen Verein. Vielleicht schaffen es sogar unsere Vereinsoffiziellen einen Kontakt zu pflegen und ein Spiel der Mannschaften zu organisieren.
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